Klassische Massagetherapie

Geschichte

Die klassische Massagetherapie ist eine der ältesten Heilbehandlungen der
Welt. Schon vor über 3000 Jahren wurde in China die Massage als eine der vier
klassischen medizinischen Behandlungsformen beschrieben. Dokumentiert ist auch
aus Indien, Persien, Ägypten, Griechenland. Erst im 16. Jahrh. wurde die Massage in
Europa Thema der Medizin.

Hauptmethoden

Die klassische Methode ist die Behandlung über die Haut im Bereich der Faszien
und der Muskulatur an der Stelle, die massiert wird. Diese Methode ist als
evidenzbasierte Methode weitestgehend anerkannt.

Die reflektorische Massage macht sich die Reflexbögen zu Nutze und soll
Einfluss auf innere Organe nehmen können.

Indikation

Eine der häufigsten Ursachen für Verspannungen und Schmerzzustände des Bewegungsapparates stellen die einseitigen Dauerbelastungen im Beruf und Alltag,
psychische Anspannungen und Dauerstress, sowie Überlastungen beim Sport bzw.
in der Freizeit dar.

Allgemeine Wirkung

Die wichtigsten positiven Eigenschaften der Massage auf den Organismus:

  • Lösen von muskulären Verspannungen
  • Lösen von Verklebungen und Narben zwischen den Gewebsschichten (Muskeln, Haut, Knochen)
  • Verbesserung der Regeneration nach sportlicher Belastung
  • Verbesserung der Leistungsfähigkeit
  • Schmerzhemmende bzw. –lindernde Wirkung, vor allem bei akuten Beschwerden
  • Geistige bzw. psychische Entspannung, Stressreduktion
  • Lokale Steigerung der Durchblutung
  • Steigerung des Abtransports von Stoffwechselzwischen- und Endprodukten und damit verbesserte Wundheilung
  • Stabilisierung des Immunsystems
  • Senkung von Blutdruck und Pulsfrequenz
  • Beeinflussung des vegetativen Nervensystems

Handgriffe

Die klassische Massage verfügt über fünf Handgriffe, die aufgrund ihrer Wirkung in
den unterschiedlichen Phasen einer Massage angewendet werden.

1. Effleurage (Streichung)
Die Streichung ist der angenehmste und entspannendste Handgriff der Massage.
Während der Behandlung dient sie als Erholungspause zwischen den stärkeren
Griffen. Zum Abschluss der Massage wird die Streichung zur Entspannung der
gestressten Muskulatur und Erholung für den Patienten angewendet.

2. Petrissage (Knetung, Walkung)
Haut und Muskulatur werden entweder zwischen Daumen, Zeige- und Mittelfinger oder mit der ganzen Hand/beiden Händen gefasst und geknetet bzw. gewalkt. Bei der Knetung wird die Wirkung auf die Muskulatur von den Händen des Therapeuten erzeugt, bei der Walkung geschieht dies durch den Druck des Muskels auf die darunter liegenden Knochen. Beide Griffe werden vor allem verwendet, um Verspannungen zu lösen. Sie wirken auf die Muskulatur und das Unterhautbindegewebe und verbessern die Durchblutung.

3. Friktion (Reibung)
Die Fingerspitzen oder die Handballen führen kleine, kreisende Bewegungen auf
dem Muskel aus. Dieser Griff ist sehr effektiv bei Verspannung und Verhärtungen der
Muskulatur, muss aber sehr vorsichtig eingesetzt werden.

4. Tapotement (Klopfung)
Mit der Handkante, der flachen Hand, oder den Fingern werden kurze, schlagende
Bewegungen ausgeführt. Diese fördern die periphere Durchblutung, verändern den
Tonus (Spannungszustand) der Muskulatur. Wird die Klopfung mit der Hohlhand
auf Höhe der Lunge ausgeführt, so verbessert dies die Schleimlösung in der Lunge.
Letzteres ist auch als Klopfmassage bekannt.

5. Vibration (Erschütterung)
Vibrationen werden vom Therapeuten durch so genanntes Muskelzittern erzeugt. Die
Fingerspitzen oder die flache Hand werden aufgelegt und der Masseur erzeugt das
Muskelzittern. Die Wirkung kann bis in tiefer gelegene Gewebe und Organe reichen.
Dieser Handgriff ist lockernd und hat somit unter anderem eine krampflösende
Wirkung.